monochrom

ich gehe am Nachmittag
ich gehe am Morgen
ich atme den Seewind
salzig und fast etwas grob

Wolkenlücken

Sonnenlicht streicht zart über das Land und mein Gesicht
für einen Augenblick

mit der nächsten Wolke verblasst die Welt
monochrom
für den Rest des Tages

Musik

Note für Note
Viertel
Achtel
Triolen
umspülen die Bäume
im Wind

spielen mit dem Laub
tanzen in Wirbeln über den Boden
steigen empor
und ziehen mit den Wolken davon

in meinen Horizont

der Sand im starken Wind
wie ein Peeling um die nackten Füße treibend

stechend
brennend

zeigt die Richtung dem die Gedanken folgen
hinaus auf das Meer

in die Weite

in meine Weite

in meinen Horizont

Sturm

in dieser Nacht

flüstert mein Bleistift
auf das Papier

bin ich aufgeschreckt
durch das Knarren der Tür

so sagt er mir
mit leiser Stimme

vom aufkommenden Sturm
in den Angeln hin und her bewegt

fast gehaucht
wie der Wind selbst

Sturm

kratzt er mit der brüchigen Mine
Buchstabe für Buchstabe auf das Papier

Sturm

Träume streichen durch das Gras

Wolken
ziehen vom Wind getrieben
regenschwanger
über das Land

Bäume verneigen ihre blätterschweren Häupter
flüsternd
raschenlnd
beten sie ihre Botschaft in den Wind

Träume streichen durch das Gras
verlieren sich im Moment

ein einzelner Vogel
singt das Lied der Luft
und fliegt vom Wind getragen davon

ein Stein auf dem Weg durch den Wind

Gezogen durch die Nacht
wie ein Stein auf dem Weg durch den Wind
so träge

Mitternacht vorüber ist der Tag vergessen
Mondlicht hinter Nebelfeldern

die Nachmittage mit ihrem Glanz
voller langsamer Ruhe
wie von weit oben betrachtet
so unnahbar und unvergänglich

am Morgen dann all das Grün im Licht
Leben

was muss gesagt werden
um endlich schweigen zu können